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Morbus Parkinson: Symptome, Ursachen, Diagnose und Studien zu CBD

In diesem Artikel sprechen wir über die Parkinson-Krankheit: was es ist, die Symptome, die Ursachen und die therapeutischen Behandlungen. Wenn Sie weitere Informationen benötigen oder sich zur Pathologie äußern möchten, schreiben Sie bitte einen Kommentar am Ende der Seite.

22 Juni 2026 um 10:30 a.m.
Lesezeit: 12 min

Aus diesem Grund zeigen sich die Beschwerden häufig beim Gehen, beim Gleichgewicht, bei der Bewegungskoordination, bei der Feinmotorik und bei der Kontrolle der Muskulatur.

Bei Parkinson sterben im Verlauf der Erkrankung vor allem Nervenzellen in der Substantia nigra ab. Diese Hirnregion ist an der Steuerung von Bewegungen beteiligt und spielt eine wichtige Rolle bei der Produktion von Dopamin.

Dopamin ist ein wichtiger Botenstoff. Er hilft dem Gehirn dabei, Bewegungen zu planen, einzuleiten und flüssig auszuführen. Sinkt die Dopaminmenge, können die typischen Parkinson-Symptome entstehen.

Forschende haben außerdem beobachtet, dass bei Menschen mit Parkinson bestimmte pigmenthaltige Nervenzellen verloren gehen können. Dabei spielt auch Neuromelanin eine Rolle, das in dopaminproduzierenden Nervenzellen vorkommt.

Die genauen Ursachen der Parkinson-Krankheit sind bis heute nicht vollständig geklärt. Wahrscheinlich entsteht sie durch ein Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung, Alterungsprozessen und Umweltfaktoren.

Eine Heilung gibt es derzeit nicht. Die Symptome lassen sich aber häufig über viele Jahre medizinisch behandeln und begleiten. Ziel ist es, Beweglichkeit, Selbstständigkeit und Lebensqualität möglichst lange zu erhalten.

Wer ist besonders von Morbus Parkinson betroffen?

Morbus Parkinson gehört nach der Alzheimer-Krankheit zu den häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen. In Deutschland leben Schätzungen zufolge mehrere Hunderttausend Menschen mit Parkinson. Die Zahl steigt, weil die Bevölkerung immer älter wird.

Die Erkrankung beginnt meistens im höheren Erwachsenenalter. Viele Betroffene sind bei den ersten deutlichen Symptomen älter als 60 Jahre. Männer erkranken etwas häufiger als Frauen.

Das Risiko nimmt mit dem Alter zu:

  • bei Menschen um das 60. Lebensjahr liegt es ungefähr bei 1 %;
  • bei Menschen um das 80. Lebensjahr kann es auf mehrere Prozent ansteigen;
  • nur ein kleinerer Teil der Betroffenen erkrankt bereits vor dem 50. Lebensjahr.

Welche Ursachen hat Morbus Parkinson?

Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, warum Morbus Parkinson entsteht. Die Forschung geht davon aus, dass mehrere Faktoren zusammenwirken. Dazu gehören genetische Faktoren, Umweltfaktoren, Alterungsprozesse und Veränderungen im Zellstoffwechsel.

Bei einigen Betroffenen gibt es weitere Parkinson-Fälle in der Familie. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass Parkinson immer erblich ist. Die meisten Fälle treten sporadisch auf, also ohne klar erkennbare familiäre Häufung.

Zu den Umweltfaktoren, die untersucht werden, gehören unter anderem eine langfristige Belastung durch Pestizide, Lösungsmittel und Schwermetalle. Auch Schädel-Hirn-Traumata werden als möglicher Risikofaktor diskutiert.

Lebensstil, berufliche Belastungen, Wohnumfeld und Ernährung können ebenfalls Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen sein. Einen einzelnen Auslöser gibt es aber in den meisten Fällen nicht.

Genetische Ursachen

Die genetische Forschung hat in den letzten Jahren wichtige Hinweise darauf geliefert, welche Gene an bestimmten Parkinson-Formen beteiligt sein können. Besonders bei familiär gehäuften oder früh beginnenden Formen kann die Genetik eine größere Rolle spielen.

Eine genetische Veränderung führt jedoch nicht zwangsläufig dazu, dass eine Person tatsächlich an Parkinson erkrankt. Sie kann das Risiko erhöhen, ist aber meist nur ein Teil eines komplexeren Gesamtbildes.

Genetische Veranlagung und Umweltfaktoren können gemeinsam beeinflussen, ob, wann und wie stark sich Parkinson-Symptome entwickeln.

Zu den häufiger untersuchten Genen gehört das GBA1-Gen. Bestimmte Veränderungen in diesem Gen können mit einem erhöhten Parkinson-Risiko und teilweise mit einem ungünstigeren Verlauf verbunden sein.

Eine weitere wichtige Rolle spielt Alpha-Synuclein. Dieses Protein ist Bestandteil der sogenannten Lewy-Körperchen, also typischer Eiweißablagerungen in Nervenzellen, die bei Parkinson und verwandten Erkrankungen gefunden werden.

Zu den Genen und genetischen Faktoren, die im Zusammenhang mit Parkinson besonders häufig untersucht werden, gehören unter anderem:

Nicht genetische Ursachen

Neben der genetischen Veranlagung werden auch äußere Einflüsse untersucht. Dazu gehören chemische Stoffe, Umweltgifte, bestimmte berufliche Belastungen und Verletzungen des Kopfes.

Zu den nicht genetischen Faktoren, die mit Parkinson in Verbindung gebracht werden, zählen:

  • Kontakt mit toxischen Stoffen;
  • langfristige Belastung durch Pestizide, etwa beruflich oder durch das Wohnumfeld;
  • Schädel-Hirn-Trauma;
  • bestimmte Arzneistoffe oder Substanzen;
  • Veränderungen des Harnsäurespiegels;
  • Infektionen;
  • Störungen des Stoffwechsels.

Es gibt außerdem Erkrankungen, die Parkinson ähneln oder ähnliche Beschwerden verursachen können. Dazu zählt zum Beispiel die Lewy-Körper-Demenz.

Infografik zur Parkinson-Krankheit mit Ursachen, Symptomen und möglichen Forschungsansätzen zu CBD

Umweltfaktoren, die das Parkinson-Risiko erhöhen können

Morbus Parkinson wird meist als idiopathische Erkrankung beschrieben. Das bedeutet: In den meisten Fällen lässt sich keine einzelne eindeutige Ursache feststellen. Wahrscheinlicher ist ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren.

Zu den möglichen Einflussfaktoren gehören:

  • Pestizide;
  • toxische Substanzen;
  • chemische Stoffe;
  • Ernährungsgewohnheiten;
  • Lebensstil;
  • Wohnumfeld;
  • Arbeitsumfeld und Beruf.

Die Ernährung beeinflusst das allgemeine Wohlbefinden und wird auch im Zusammenhang mit Parkinson untersucht. Bisher gibt es jedoch keine Ernährung, mit der sich Parkinson sicher verhindern lässt.

Ein sehr hoher Konsum stark fettreicher Lebensmittel wird in einigen Untersuchungen mit ungünstigen Gesundheitsfaktoren verbunden. Gleichzeitig werden Nüsse, Hülsenfrüchte und koffeinhaltige Getränke wegen möglicher Effekte auf Zellgesundheit und Stoffwechsel erforscht. Diese Hinweise sollten vorsichtig eingeordnet werden, da die Studienlage nicht in allen Punkten eindeutig ist.

Lebensmittel und Wasser können außerdem Rückstände von Insektiziden oder Fungiziden enthalten. Je nach Art und Dauer der Belastung können solche Stoffe wissenschaftlich relevant sein.

Auch bestimmte Metalle werden im Zusammenhang mit neurodegenerativen Prozessen untersucht, darunter:

  • Aluminium;
  • Eisen;
  • Mangan;
  • Blei;
  • Kupfer.

Einige Studien deuten darauf hin, dass Menschen, die beruflich oder dauerhaft mit Pestiziden und Herbiziden in Kontakt kommen, ein erhöhtes Parkinson-Risiko haben könnten. Diese Zusammenhänge werden weiterhin erforscht.

Symptome von Morbus Parkinson

Viele Menschen verbinden Parkinson vor allem mit Zittern. Die Erkrankung kann jedoch deutlich mehr Beschwerden verursachen. Dazu gehören motorische und nicht motorische Symptome.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen motorischen Symptomen und nicht motorischen Symptomen.

Motorische Symptome

Motorische Symptome betreffen die Bewegung. Typisch sind unter anderem:

  • Bradykinese, also eine deutliche Verlangsamung der Bewegungen;
  • Ruhetremor, häufig an Händen, Armen, Beinen oder Kiefer;
  • kleinschrittiger Gang;
  • Rigor, also Muskelsteifheit;
  • Probleme mit Gleichgewicht und Haltung.

Nicht motorische Symptome

Nicht motorische Symptome können bereits Jahre vor den typischen Bewegungsstörungen auftreten. Dazu gehören unter anderem:

  • Blutdruckabfall beim Aufstehen;
  • Störungen der Sexualfunktion;
  • Probleme mit der Blasenfunktion;
  • Schlafstörungen;
  • kognitive Veränderungen bis hin zu Demenz.

Mit dem Fortschreiten der Erkrankung kann die Mimik abnehmen. Das Gesicht wirkt dann starrer und weniger ausdrucksstark. Auch die Stimme kann leiser, monotoner oder undeutlicher werden.

Ein weiteres typisches Zeichen ist eine kleiner werdende Handschrift. Dieses Symptom wird als Mikrographie bezeichnet.

Auch Schluckstörungen können auftreten, weil die Kontrolle der Muskulatur im Mund- und Rachenbereich erschwert ist.

Gerade am Anfang ist Parkinson nicht immer leicht zu erkennen. Manche Beschwerden wirken zunächst unspezifisch und werden nicht sofort mit einer neurologischen Erkrankung verbunden.

Zu frühen möglichen Hinweisen gehören zum Beispiel:

  • Verstopfung;
  • nachlassender Geruchssinn;
  • Schlafstörungen;
  • Müdigkeit oder Schwächegefühl in den Beinen.

Körperlich können erste Schwierigkeiten beim Aufstehen, beim Losgehen oder bei feinmotorischen Bewegungen auffallen. Häufig werden Bewegungen langsamer, kleiner und weniger flüssig.

Mit der Zeit kann sich ein typisches Gangbild entwickeln: Die Schritte werden kürzer, die Arme schwingen weniger mit, der Oberkörper ist leicht nach vorn geneigt und das Anlaufen oder Abbremsen fällt schwerer.

Oft beginnt Parkinson auf einer Körperseite. Die Beschwerden können später auf die andere Seite übergehen, bleiben aber nicht immer vollständig symmetrisch.

Ärztlicher Rat ist sinnvoll, wenn:

  • Hände, Arme oder Beine in Ruhe zittern;
  • Bewegungen deutlich langsamer werden;
  • Muskeln steif oder schmerzhaft sind;
  • das Gleichgewicht unsicherer wird;
  • die Arme beim Gehen kaum mitschwingen;
  • die Mimik abnimmt;
  • die Stimme leiser, tiefer oder monotoner wird.

Wie wird Morbus Parkinson diagnostiziert?

Die Diagnose wird in der Regel durch eine neurologische Untersuchung gestellt. Dabei werden Krankengeschichte, Beschwerden, Beweglichkeit, Muskelspannung, Gangbild, Gleichgewicht und Reaktion auf bestimmte Medikamente berücksichtigt.

Bildgebende Verfahren können bei der Abklärung helfen, sind aber nicht in jedem Fall notwendig. Eingesetzt werden können zum Beispiel:

  • SPECT, etwa zur Darstellung dopaminerger Systeme;
  • MRT, um andere Ursachen auszuschließen;
  • PET in speziellen Fragestellungen;
  • weitere Labor- oder Zusatzuntersuchungen, wenn sie medizinisch sinnvoll sind.

Solche Untersuchungen dienen häufig dazu, andere Erkrankungen auszuschließen oder unklare Fälle genauer einzuordnen.

In Deutschland orientiert sich die Diagnostik an neurologischen Leitlinien und internationalen Kriterien. Besonders wichtig ist die klinische Beurteilung. Typische Zeichen sind:

  • Bradykinese, also Bewegungsverlangsamung;
  • Ruhetremor;
  • Rigor, also Muskelsteifheit;
  • Haltungs- und Gleichgewichtsstörungen im weiteren Verlauf.

Vor einer endgültigen Diagnose müssen andere Ursachen mit ähnlicher Symptomatik ausgeschlossen werden. Dazu gehören zum Beispiel atypische Parkinson-Syndrome, medikamentenbedingte Bewegungsstörungen oder andere neurologische Erkrankungen.

Medizinische Behandlung bei Morbus Parkinson

Die Behandlung von Parkinson richtet sich nach den Symptomen, dem Alter, dem Krankheitsverlauf, der Verträglichkeit der Medikamente und den persönlichen Bedürfnissen der betroffenen Person.

Neben den motorischen Beschwerden müssen auch begleitende Symptome berücksichtigt werden, darunter:

  • Erschöpfung;
  • psychische Beschwerden;
  • Störungen der Sexualfunktion;
  • Schlafprobleme;
  • Verstopfung;
  • Angst;
  • kognitive Veränderungen.

Ein zentraler Wirkstoff in der Parkinson-Therapie ist Levodopa. Levodopa ist eine Vorstufe von Dopamin und kann im Gehirn in Dopamin umgewandelt werden.

Häufig wird Levodopa mit Wirkstoffen wie Carbidopa oder Benserazid kombiniert. Diese Kombination soll dafür sorgen, dass mehr Levodopa im Gehirn ankommt und bestimmte Nebenwirkungen verringert werden.

Ergänzende Unterstützung bei Morbus Parkinson

Morbus Parkinson ist eine chronische neurodegenerative Erkrankung. Eine Heilung gibt es derzeit nicht, doch viele Beschwerden lassen sich über längere Zeit behandeln und begleiten.

Levodopa und andere Parkinson-Medikamente können die Beweglichkeit deutlich verbessern. Im Verlauf der Erkrankung können jedoch Wirkungsschwankungen, Dyskinesien oder andere Nebenwirkungen auftreten.

Viele Betroffene interessieren sich deshalb zusätzlich für ergänzende Ansätze, die das allgemeine Wohlbefinden unterstützen könnten. Solche Ansätze sollten immer mit Ärztinnen und Ärzten besprochen werden und ersetzen keine neurologische Behandlung.

In diesem Zusammenhang wird auch untersucht, welche Rolle Cannabis und einzelne Cannabinoide bei Parkinson spielen könnten. Die Forschung betrachtet sie vor allem als möglichen ergänzenden Ansatz, nicht als Ersatz für etablierte Therapien.

CBD und Morbus Parkinson

Um den Zusammenhang zwischen Cannabis und Parkinson besser einzuordnen, ist ein Blick auf Cannabidiol, kurz CBD, sinnvoll. CBD ist ein natürlicher Bestandteil der Cannabispflanze und unterscheidet sich deutlich von THC, da es nicht berauschend wirkt.

Cannabis sativa enthält verschiedene aktive Pflanzenstoffe, darunter sogenannte Phytocannabinoide. Diese werden auch im Zusammenhang mit Beschwerden des Nervensystems wissenschaftlich untersucht.

Zu den bekanntesten Cannabinoiden gehören:

  • THC;
  • CBD;
  • CBG;
  • CBN.

Diese Substanzen werden unter anderem wegen möglicher entzündungshemmender und antioxidativer Eigenschaften erforscht.

Cannabinoide stehen in Verbindung mit dem Endocannabinoid-System, einem körpereigenen Regulationssystem. Es ist an vielen Prozessen beteiligt, darunter Schmerzverarbeitung, Entzündungsreaktionen, Stimmung, Schlaf und neuronale Signalwege.

Da das Endocannabinoid-System auch im Gehirn aktiv ist, beschäftigen sich verschiedene Studien mit der Frage, wie CBD auf das Gehirn wirken könnte.

Bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson oder Alzheimer wird CBD unter anderem im Zusammenhang mit oxidativem Stress, Entzündungsprozessen und möglichen schützenden Effekten auf Nervenzellen untersucht.

CBD Öl wird außerdem im Hinblick auf emotionales Wohlbefinden, Unruhe, Schlaf und Stimmungsschwankungen erforscht. Diese Bereiche sind interessant, weil Parkinson nicht nur Bewegungsstörungen, sondern auch nicht motorische Beschwerden verursachen kann.

CBD ist auch bei anderen neurologischen Themen Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen, zum Beispiel bei Alzheimer und Epilepsie.

Was sagen Studien zu CBD und Morbus Parkinson?

Das wissenschaftliche Interesse an CBD im Zusammenhang mit Parkinson ist in den letzten Jahren gewachsen. Dabei geht es nicht darum, CBD als Heilmittel darzustellen, sondern mögliche ergänzende Effekte besser zu verstehen.

Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2020 zu den biologischen Grundlagen möglicher CBD-Effekte bei Parkinson [1] betonte, dass weitere Forschung notwendig ist, um Cannabinoide als ergänzende Ansätze besser einzuordnen.

Eine weitere Review aus dem Jahr 2020 [2] untersuchte Hinweise auf mögliche neuroprotektive und neuromodulierende Eigenschaften von Cannabidiol bei Parkinson.

Im Fokus standen dabei die Effekte von CBD auf das Endocannabinoid-System und auf Signalwege, die auch bei Bewegungssteuerung, Entzündung und Dopaminregulation eine Rolle spielen. Die Forschenden diskutierten unter anderem folgende Beobachtung:

Obwohl die in Parkinson-Tiermodellen beobachtete CBD-induzierte Neuroprotektion mit der Aktivierung des CB1-Rezeptors in Verbindung gebracht wurde, deuten neuere molekulare Untersuchungen darauf hin, dass CBD auch andere Rezeptoren aktivieren kann, darunter CB2 und TRPV1, die beide in dopaminergen Neuronen exprimiert werden.“

Damit wird ein möglicher Einfluss auf neuronale Schutzmechanismen und auf das Endocannabinoid-System diskutiert. Diese Ergebnisse stammen jedoch überwiegend aus präklinischen oder frühen klinischen Forschungsbereichen und müssen vorsichtig interpretiert werden.

Eine weitere Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2020 [3] kam zu dem Ergebnis, dass THC und CBD mit Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems interagieren können. In untersuchten Alzheimer-Modellen wurden entzündliche Prozesse betrachtet, während bei Parkinson mögliche schützende Effekte auf Nervenzellen diskutiert wurden.

Eine weitere Arbeit aus demselben Jahr [4] beschäftigte sich mit Cannabidiol, anderen Cannabinoiden und Levodopa-induzierten Dyskinesien. Dyskinesien sind unwillkürliche Bewegungen, die bei längerer Parkinson-Therapie auftreten können. Die Ergebnisse zu motorischen Symptomen bleiben bisher uneinheitlich.

In den letzten Jahren sind auch neuere klinische Studien erschienen.

Eine randomisierte, doppelblinde, kontrollierte Studie aus dem Jahr 2025 [5] untersuchte 12 Wochen lang 26 mg sublinguales CBD pro Tag bei 60 Menschen mit Parkinson. CBD wurde in dieser Untersuchung im Allgemeinen gut vertragen. Es zeigten sich keine deutlichen Hinweise auf eine Verschlechterung motorischer, kognitiver oder affektiver Symptome.

Eine weitere randomisierte klinische Studie aus dem Jahr 2025 [6] untersuchte 96 Menschen mit Parkinson über 8 Wochen. Dabei wurde CBD mit 300 mg pro Tag zusätzlich zu Levodopa bewertet. In der CBD-Gruppe wurden stärkere Verbesserungen in bestimmten Bewertungsskalen beobachtet als in der Vergleichsgruppe. Solche Ergebnisse sind interessant, müssen aber durch weitere unabhängige Studien bestätigt werden.

Eine 2024 veröffentlichte randomisierte Studie [7] untersuchte kurzfristig eine Kombination aus CBD und THC bei Parkinson. Die Ergebnisse waren gemischt: Einzelne Teilnehmende berichteten Verbesserungen, ein statistisch klarer Vorteil bei motorischen Symptomen gegenüber Placebo zeigte sich jedoch nicht.

Insgesamt ergibt sich aus der bisherigen Literatur ein vorsichtiges Bild: CBD scheint in den untersuchten Dosierungen meist gut verträglich zu sein. Interessante Hinweise gibt es eher bei nicht motorischen Symptomen wie Schlaf, Angst, Unruhe und Lebensqualität. Bei motorischen Symptomen sind die Ergebnisse bisher nicht eindeutig.

Die Forschung zu CBD und Parkinson ist also noch nicht abgeschlossen. Weitere kontrollierte Studien sind notwendig, um Wirksamkeit, Sicherheit, Dosierung und mögliche Wechselwirkungen besser zu verstehen.

Kann man das Risiko für Morbus Parkinson senken?

Eine sichere Methode, Morbus Parkinson zu verhindern, gibt es derzeit nicht. Auch eine endgültige Heilung steht bisher nicht zur Verfügung.

Regelmäßige Bewegung gilt jedoch als wichtiger Bestandteil eines gesunden Lebensstils. Auch bei bereits bestehender Parkinson-Erkrankung kann Bewegung helfen, Beweglichkeit, Gleichgewicht und allgemeines Wohlbefinden zu unterstützen.

Koffein wird in der Forschung wegen möglicher schützender Effekte auf Nervenzellen untersucht. Einige Studien bringen moderaten Kaffeekonsum mit einem niedrigeren Parkinson-Risiko in Verbindung. Daraus lässt sich aber keine Empfehlung für übermäßigen Koffeinkonsum ableiten.

Auch Vitamine, Fettsäuren und andere Nährstoffe wurden im Zusammenhang mit Parkinson untersucht. Die Ergebnisse sind jedoch nicht eindeutig genug, um daraus sichere Vorbeugungsstrategien abzuleiten.

Bestimmte Wirkstoffgruppen wie nicht steroidale Antirheumatika, kurz NSAR, oder Kalziumkanalblocker wurden ebenfalls in Studien betrachtet. Solche Beobachtungen bedeuten aber nicht, dass Medikamente eigenständig zur Vorbeugung eingenommen werden sollten.

Wer Fragen zu persönlichem Risiko, familiärer Vorbelastung oder möglichen Schutzfaktoren hat, sollte diese mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen.

Gibt es Komplikationen durch medizinische Behandlungen bei Morbus Parkinson?

Komplikationen bei Parkinson können sowohl durch die Erkrankung selbst als auch durch die Behandlung entstehen. Levodopa kann viele Symptome deutlich verbessern, kann aber auch Nebenwirkungen verursachen.

Mögliche Nebenwirkungen sind unter anderem:

  • niedriger Blutdruck beim Aufstehen;
  • Übelkeit;
  • Erbrechen.

Aus diesem Grund wird Levodopa häufig mit weiteren Wirkstoffen kombiniert. Diese sollen die Verträglichkeit verbessern und den Wirkstoff gezielter verfügbar machen.

Nach mehreren Jahren Behandlung können Wirkungsschwankungen auftreten. Manche Betroffene erleben Phasen, in denen die Wirkung nachlässt, oder entwickeln unwillkürliche Bewegungen, sogenannte Dyskinesien.

Die medizinische Behandlung muss deshalb regelmäßig angepasst werden. Dabei spielen Krankheitsverlauf, Alter, Begleiterkrankungen, Alltagssituation und Verträglichkeit eine wichtige Rolle.

Auch ergänzende Ansätze, darunter Cannabinoide, sollten nur in Abstimmung mit medizinischem Fachpersonal genutzt werden, besonders wegen möglicher Wechselwirkungen mit bestehenden Medikamenten.

Gibt es operative Behandlungen bei Morbus Parkinson?

Operative Verfahren spielen bei Parkinson vor allem dann eine Rolle, wenn Medikamente nicht mehr ausreichend wirken oder starke Wirkungsschwankungen und Nebenwirkungen auftreten.

Der wichtigste operative Ansatz ist heute die Tiefe Hirnstimulation, kurz THS. Dabei werden Elektroden in bestimmte Hirnregionen eingesetzt und mit einem Impulsgeber verbunden, der meist unter der Haut im Brustbereich liegt.

Zu den Zielregionen können unter anderem gehören:

  • Thalamus;
  • Nucleus subthalamicus;
  • Globus pallidus internus.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen:

  • Tiefer Hirnstimulation;
  • ablativ-neurochirurgischen Verfahren, bei denen bestimmte überaktive Hirnareale gezielt beeinflusst werden.

Die Tiefe Hirnstimulation kann bestimmte motorische Symptome verbessern, vor allem bei sorgfältig ausgewählten Patientinnen und Patienten. Sie heilt Parkinson jedoch nicht und ist nicht für alle Betroffenen geeignet.

Vor einem solchen Eingriff wird genau geprüft, ob die Voraussetzungen erfüllt sind. Dazu gehören neurologische, neuropsychologische und allgemeinmedizinische Untersuchungen.

Zu den weiteren chirurgischen Verfahren gehört die Pallidotomie. Sie wird heute deutlich seltener eingesetzt, kann aber in speziellen Fällen eine Rolle spielen.

Wie schreitet Morbus Parkinson im Laufe der Jahre fort?

Morbus Parkinson verläuft meist langsam fortschreitend. Wie schnell sich die Beschwerden entwickeln, ist von Person zu Person unterschiedlich.

Zur Einschätzung des Krankheitsverlaufs werden häufig Skalen wie die Unified Parkinson’s Disease Rating Scale, kurz UPDRS, oder die Hoehn-und-Yahr-Skala verwendet.

Die Hoehn-und-Yahr-Skala beschreibt fünf Stadien der Parkinson-Krankheit:

  • einseitige Beschwerden, häufig mit noch geringer Alltagsbeeinträchtigung;
  • beidseitige Beschwerden ohne ausgeprägte Gleichgewichtsstörung;
  • leichte bis mäßige Beschwerden mit ersten Gleichgewichtsproblemen;
  • fortgeschrittene Erkrankung, bei der selbstständiges Gehen noch möglich ist;
  • starke Einschränkung der selbstständigen Beweglichkeit, häufig mit Bedarf an Unterstützung.

Die ersten motorischen Symptome beginnen oft auf einer Körperseite. Im Verlauf kann die andere Seite hinzukommen, meist aber nicht völlig gleich stark.

Mit passender Behandlung lässt sich der Alltag vieler Betroffener lange stabilisieren. Trotzdem können im späteren Verlauf zusätzliche Beschwerden auftreten, etwa Schluckstörungen, Sprachprobleme, Stürze, Schlafstörungen oder kognitive Veränderungen.

Nach mehreren Jahren Behandlung mit Levodopa können Nebenwirkungen oder Wirkungsschwankungen auftreten, darunter:

  • Dyskinesien;
  • Schlafprobleme;
  • kognitive Veränderungen.

Die Lebenserwartung von Menschen mit Parkinson ist sehr unterschiedlich. Sie hängt unter anderem vom Alter bei Krankheitsbeginn, vom allgemeinen Gesundheitszustand, von Begleiterkrankungen und von der Qualität der medizinischen Betreuung ab.

Weitere Informationen findest du auch hier:

Quellen

[1] Ferreira-Junior, N. C., Campos, A. C., Guimarães, F. S., Del-Bel, E., Zimmermann, P. M. D. R., Brum Junior, L., Hallak, J. E., Crippa, J. A., & Zuardi, A. W. (2020). Biological bases for a possible effect of cannabidiol in Parkinson's disease. Revista brasileira de psiquiatria (Sao Paulo, Brazil : 1999), 42(2), 218–224.

[2] Patricio, F., Morales-Andrade, A. A., Patricio-Martínez, A., & Limón, I. D. (2020). Cannabidiol as a Therapeutic Target: Evidence of its Neuroprotective and Neuromodulatory Function in Parkinson's Disease. Frontiers in pharmacology, 11, 595635.

[3] Cooray, R., Gupta, V., & Suphioglu, C. (2020). Current Aspects of the Endocannabinoid System and Targeted THC and CBD Phytocannabinoids as Potential Therapeutics for Parkinson's and Alzheimer's Diseases: a Review. Molecular neurobiology, 57(11), 4878–4890.

[4] Junior, N. C. F., Dos-Santos-Pereira, M., Guimarães, F. S., & Del Bel, E. (2020). Cannabidiol and Cannabinoid Compounds as Potential Strategies for Treating Parkinson's Disease and L-DOPA-Induced Dyskinesia. Neurotoxicity research, 37(1), 12–29.

[5] Mitarnun, W., Kanjanarangsichai, A., Junlaor, P., Kongngern, L., Mitarnun, W., Pangwong, W., & Nonghan, P. (2025). Cannabidiol and cognitive functions/inflammatory markers in Parkinson's disease: A double-blind randomized controlled trial at Buriram Hospital (CBD-PD-BRH trial). Parkinsonism & Related Disorders, 135, 107841.

[6] Zia, A., Rehman, A., & Khan, M. (2025). Investigating the synergistic and modulatory effects of cannabidiol with levodopa and dietary protein in Parkinson's disease. Italian Journal of Food Science, 37(3).

[7] Liu, Y., Bainbridge, J., Sillau, S., Rajkovic, S., Adkins, M., Domen, C. H., Thompson, J. A., Seawalt, T., Klawitter, J., Sempio, C., Chin, G., Forman, L., Fullard, M., Hawkins, T., Seeberger, L., Newman, H., Vu, D., & Leehey, M. A. (2024). Short-term cannabidiol with Δ-9-tetrahydrocannabinol in Parkinson's disease: A randomized trial. Movement Disorders, 39(5), 863–875.

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