Akne gehört weltweit zu den häufigsten Hauterkrankungen. Besonders oft tritt sie in der Pubertät auf, sie kann aber auch im Erwachsenenalter fortbestehen oder erstmals später beginnen. Neben Mitessern, Papeln und Pusteln können bei ausgeprägteren Formen schmerzhafte Knoten und dauerhafte Narben entstehen.
Akne ist deshalb keine bloße kosmetische Unregelmäßigkeit. Es handelt sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Talgdrüsenfollikel, die das Selbstwertgefühl, das soziale Leben und die psychische Gesundheit erheblich belasten kann.
Cannabidiol, kurz CBD, besitzt für die Erforschung der Akne eine interessante biologische Grundlage. Besondere Aufmerksamkeit erhielt eine 2014 im Journal of Clinical Investigation veröffentlichte Arbeit, in der die Wirkung von CBD auf menschliche Sebozyten und Hautorgankulturen untersucht wurde.
Die bislang verfügbaren Erkenntnisse stammen jedoch überwiegend aus Zellversuchen, Organkulturen und anderen präklinischen Untersuchungen. Große kontrollierte klinische Studien mit Aknepatientinnen und -patienten fehlen. CBD kann daher weder als Heilmittel gegen Akne noch als gleichwertiger Ersatz für medizinisch geprüfte Aknearzneimittel dargestellt werden.
In einem verantwortungsvollen kosmetischen Kontext kann CBD als Inhaltsstoff von Produkten für fettige, unreine oder zu Akne neigende Haut betrachtet werden. Entscheidend sind dabei nicht allein das CBD, sondern die vollständige Formulierung, ihre Verträglichkeit und ihre sinnvolle Einordnung in die tägliche Hautpflege.
Wie häufig ist Akne?
Akne vulgaris ist die häufigste Hauterkrankung bei Jugendlichen. Die meisten Jugendlichen entwickeln lediglich eine leichte Form. Nach Angaben des deutschen Gesundheitsportals gesund.bund.de haben jedoch etwa 15 bis 30 % der Jugendlichen eine mittelschwere bis schwere Akne.
Häufig bessert sich die Erkrankung nach der Pubertät und geht im jungen Erwachsenenalter zurück. Bei manchen Menschen bleibt sie allerdings bis über das 30. Lebensjahr hinaus bestehen. Andere entwickeln erstmals als Erwachsene entzündliche Hautveränderungen.
Erwachsenenakne betrifft besonders häufig Frauen. Die Läsionen treten dabei oft am Kinn, entlang der Kieferlinie und am Hals auf. Hormonelle Einflüsse können eine Rolle spielen. Auch bestimmte Medikamente, ungeeignete Kosmetikprodukte, Stress und individuelle Lebensgewohnheiten können den Verlauf beeinflussen.
Die sichtbare Ausprägung sagt nicht immer aus, wie stark sich eine Person belastet fühlt. Bereits wenige entzündliche Läsionen im Gesicht können das Wohlbefinden und die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen.
Angst, depressive Beschwerden, sozialer Rückzug und ein vermindertes Selbstwertgefühl treten bei Akne häufiger auf. Eine angemessene Beurteilung sollte daher neben dem Hautbefund auch die subjektive Belastung und mögliche Narben berücksichtigen.
Wie entsteht Akne?
Akne vulgaris entsteht in den sogenannten Talgdrüsenfollikeln. Eine solche funktionelle Einheit besteht aus dem Haarfollikel, der angeschlossenen Talgdrüse und dem Kanal, durch den der Talg an die Hautoberfläche gelangt.
Vier grundlegende Prozesse sind an der Entstehung beteiligt:
- eine gestörte Verhornung des Follikelkanals;
- eine erhöhte Talgproduktion;
- Veränderungen im Zusammenspiel mit Cutibacterium acnes;
- eine lokale Entzündungsreaktion.
Diese Prozesse laufen nicht unabhängig voneinander ab. Sie können sich gegenseitig verstärken und dazu führen, dass aus zunächst nicht entzündlichen Mitessern Papeln, Pusteln oder tiefere Knoten entstehen.
1. Follikuläre Hyperkeratose
Der Follikelkanal ist mit Keratinozyten ausgekleidet. Unter normalen Bedingungen werden diese Hornzellen kontrolliert abgestoßen und über den Follikelausgang entfernt.
Bei Akne ist dieser Vorgang gestört. Die Zellen vermehren sich stärker, haften aneinander und sammeln sich zusammen mit Talg im Follikel. Der Ausgang kann dadurch verengt oder vollständig verschlossen werden.
Es entsteht ein Komedo. Geschlossene Komedonen erscheinen als kleine helle Erhebungen und werden häufig als weiße Mitesser bezeichnet. Offene Komedonen sind die typischen schwarzen Mitesser.
Die dunkle Farbe eines offenen Komedos entsteht durch Oxidationsvorgänge an Melanin und Lipiden. Sie hat nichts mit mangelnder Sauberkeit zu tun. Häufiges Schrubben oder aggressives Reinigen beseitigt die Ursache deshalb nicht und kann die Haut zusätzlich reizen.
Topische Retinoide können die gestörte Verhornung normalisieren und der Bildung neuer Komedonen entgegenwirken. Zu den eingesetzten Wirkstoffen gehören je nach zugelassenem Arzneimittel unter anderem Adapalen, Tretinoin und Trifaroten.
Retinoidhaltige Arzneimittel sind von kosmetischen Retinolprodukten zu unterscheiden. Auswahl und Anwendung sollten sich an der ärztlichen Diagnose, den zugelassenen Präparaten und der individuellen Situation orientieren.
2. Erhöhte Talgproduktion
Die Talgdrüsen produzieren ein Gemisch aus Triglyceriden, Fettsäuren, Wachsen, Cholesterin und weiteren Lipiden. Talg unterstützt die Geschmeidigkeit der Haut und trägt zu ihrem Oberflächenschutz bei.
Während der Pubertät nimmt die Talgproduktion unter dem Einfluss von Androgenen häufig deutlich zu. Zu diesen Hormonen beziehungsweise Hormonmetaboliten gehört Dihydrotestosteron, kurz DHT.
Eine verstärkte Androgenwirkung kann die Aktivität und das Wachstum der Talgdrüsen fördern. In einem bereits verengten Follikel sammelt sich dadurch mehr lipidreiches Material an.
Die Talgproduktion ist für die Erforschung von CBD besonders relevant. In Zellmodellen wurde untersucht, ob Cannabidiol eine experimentell übermäßig angeregte Lipidproduktion in Sebozyten beeinflussen kann.
3. Cutibacterium acnes
Cutibacterium acnes, früher als Propionibacterium acnes bezeichnet, ist ein grampositives, anaerobes Bakterium. Es gehört zur normalen Hautflora und ist daher nicht grundsätzlich ein Krankheitserreger, der vollständig beseitigt werden müsste.
Das Bakterium lebt bevorzugt in talgreichen Follikeln. Unter den Bedingungen eines verschlossenen Follikels können bestimmte Stämme, bakterielle Produkte und die Reaktion des Immunsystems zur Entstehung entzündlicher Läsionen beitragen.
C. acnes produziert unter anderem Lipasen. Diese Enzyme spalten Triglyceride im Talg und setzen freie Fettsäuren frei, die das umgebende Gewebe reizen können.
Bakterielle Bestandteile können außerdem Toll-like-Rezeptoren aktivieren. Der Rezeptor TLR2 auf Keratinozyten und Immunzellen ist an der Weiterleitung entzündlicher Signale beteiligt.
Benzoylperoxid und bestimmte Antibiotika wirken auch auf die bakterielle Komponente der Akne. Antibiotika sollten wegen möglicher Resistenzen nur entsprechend der ärztlichen Vorgaben und nicht unbegrenzt verwendet werden.
4. Entzündungsreaktion
Entzündliche Vorgänge beginnen bei Akne bereits früh und sind nicht erst eine Folge stark sichtbarer Pusteln. Beteiligt sind verschiedene Immunzellen, Rezeptoren und Botenstoffe.
Zu den untersuchten entzündungsfördernden Molekülen gehören IL-1β, TNF-α, IL-6 und IL-8. Die genaue Zusammensetzung der Immunreaktion hängt von der Art der Läsion und vom Krankheitsverlauf ab.
Bei einer starken Entzündung kann die Follikelwand geschädigt werden. Talg, Hornmaterial und bakterielle Bestandteile gelangen anschließend in das umliegende Gewebe.
Dadurch können schmerzhafte Knoten, Zysten oder Abszesse entstehen. Tiefe und lang anhaltende Entzündungen sind mit einem höheren Risiko für dauerhafte Narben verbunden.
Eine frühzeitige Behandlung mittelschwerer oder schwerer Akne dient deshalb nicht allein der Verbesserung des Hautbildes. Sie soll auch bleibenden Gewebeschäden vorbeugen.
Einteilung der Akne nach Schweregrad

Der Schweregrad beeinflusst die Wahl der Behandlung. Die Einteilung richtet sich nicht ausschließlich nach einer festen Zahl von Pickeln. Berücksichtigt werden auch die Art und Tiefe der Läsionen, die betroffene Körperfläche, das Narbenrisiko und die persönliche Belastung.
Leichte Akne
Bei leichter Akne überwiegen offene und geschlossene Komedonen. Es können einzelne Papeln und Pusteln auftreten, tiefe Knoten fehlen jedoch normalerweise.
Das Narbenrisiko ist meist niedriger. In vielen Fällen kommen lokale Behandlungen zum Einsatz, etwa Benzoylperoxid, Azelainsäure oder ein ärztlich verordnetes topisches Retinoid.
Mittelschwere Akne
Bei mittelschwerer Akne treten zahlreiche Komedonen sowie mehr entzündliche Papeln und Pusteln auf. Auch einzelne tiefere Läsionen können vorhanden sein.
Häufig werden mehrere lokal anzuwendende Wirkstoffe kombiniert. Reicht eine topische Behandlung nicht aus, kann zeitweise eine systemische Therapie erforderlich werden.
Mittelschwere bis schwere Akne
Diese Form ist durch zahlreiche entzündliche Läsionen und möglicherweise mehrere Knoten gekennzeichnet. Das Risiko für Narben und postinflammatorische Pigmentveränderungen nimmt zu.
Je nach Befund können lokale Kombinationen, zeitlich begrenzte orale Antibiotika, bei geeigneten Patientinnen hormonelle Behandlungsansätze oder eine Therapie mit Isotretinoin geprüft werden.
Schwere Akne
Zu den schweren Formen gehören noduläre, nodulozystische und conglobate Verläufe. Typisch sind tiefe, schmerzhafte Knoten, Zysten, Abszesse und eine ausgeprägte Narbenneigung.
Bei schwerer, narbengefährdender oder auf andere Behandlungen nicht ausreichend ansprechender Akne gehört orales Isotretinoin zu den wichtigsten therapeutischen Möglichkeiten. Die Behandlung muss ärztlich verordnet und überwacht werden.
Wie wird Akne in Deutschland behandelt?
Für etablierte Aknearzneimittel liegen deutlich umfangreichere klinische Daten vor als für CBD. Die geeignete Behandlung richtet sich nach Schweregrad, Alter, Hauttyp, bereits verwendeten Produkten, Begleiterkrankungen und möglichen Schwangerschaftsplänen.
Eine unnötig komplizierte Routine mit vielen gleichzeitig verwendeten Produkten kann die Haut reizen. Für die tägliche Reinigung werden meist milde, seifenfreie und an den physiologischen pH-Wert der Haut angepasste Produkte empfohlen.
Benzoylperoxid
Benzoylperoxid, kurz BPO, ist ein lokal angewendeter Wirkstoff mit antimikrobiellen und leicht komedolytischen Eigenschaften.
Durch die Freisetzung reaktiver Sauerstoffverbindungen wird die Zahl von C. acnes im Follikel vermindert. Da der Wirkmechanismus nicht dem eines Antibiotikums entspricht, entstehen keine klassischen bakteriellen Resistenzen gegen BPO.
Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören Trockenheit, Rötung, Brennen und Schuppung. Höhere Konzentrationen sind nicht automatisch wirksamer, können die Haut aber stärker reizen.
Benzoylperoxid kann Haare, Handtücher und Kleidung ausbleichen. Nach der Anwendung sollten daher die Hände gewaschen und helle beziehungsweise unempfindliche Textilien verwendet werden.
BPO kann allein oder in Kombination mit anderen Wirkstoffen eingesetzt werden. In Kombination mit einem Antibiotikum trägt es dazu bei, das Risiko resistenter Bakterien zu begrenzen.
Topische Retinoide
Topische Retinoide normalisieren die Verhornung im Follikel, vermindern die Bildung neuer Komedonen und wirken entzündungshemmend.
Zu den Wirkstoffen gehören je nach zugelassenem Präparat unter anderem Adapalen, Tretinoin und Trifaroten. Sie können allein oder zusammen mit Benzoylperoxid beziehungsweise anderen Wirkstoffen eingesetzt werden.
Während der ersten Wochen können Rötung, Trockenheit, Brennen und Schuppung auftreten. Eine langsame Einführung und eine geeignete Feuchtigkeitspflege können die Verträglichkeit verbessern.
Topische Retinoide sollten nicht während der Schwangerschaft und nicht bei geplanter Schwangerschaft angewendet werden. Auch bei einer rein äußerlichen Anwendung ist deshalb eine fachgerechte Beratung wichtig.
Topische und orale Antibiotika
Topische Antibiotika wie Clindamycin können die bakterielle Belastung vermindern und entzündliche Prozesse beeinflussen.
Sie sollten wegen des Resistenzrisikos nicht als dauerhafte Monotherapie eingesetzt werden. Häufig erfolgt eine Kombination mit Benzoylperoxid oder einem Retinoid.
Bei mittelschwerer bis schwerer entzündlicher Akne können zeitlich begrenzt orale Antibiotika verordnet werden. In Deutschland wird dafür unter anderem Doxycyclin eingesetzt.
Systemische Antibiotika sollten so kurz wie medizinisch vertretbar verwendet werden. Gleichzeitig wird üblicherweise eine geeignete lokale Behandlung fortgeführt, damit die Akne nach dem Absetzen nicht sofort wieder unkontrolliert zunimmt.
Azelainsäure
Azelainsäure besitzt antimikrobielle, entzündungshemmende und komedolytische Eigenschaften. Sie kann außerdem bei postinflammatorischen Pigmentveränderungen von Nutzen sein.
Der Wirkstoff wird in Deutschland in Arzneimitteln gegen Akne und teilweise auch gegen Rosazea verwendet. Die geeignete Konzentration und Anwendung hängen vom jeweiligen Präparat und der Diagnose ab.
Zu Beginn können Brennen, Stechen oder eine leichte Rötung auftreten. Diese Beschwerden lassen bei vielen Anwenderinnen und Anwendern mit zunehmender Gewöhnung nach.
Salicylsäure
Salicylsäure wirkt keratolytisch. Sie kann dabei helfen, überschüssige Hornzellen an der Hautoberfläche und an den Porenausgängen zu lösen.
Sie ist in zahlreichen Kosmetikprodukten für fettige oder unreine Haut enthalten. Ihre Wirkung hängt von Konzentration, pH-Wert, Formulierung und Anwendungshäufigkeit ab.
Eine gleichzeitige Verwendung mit Retinoiden, Benzoylperoxid, anderen Säuren oder stark entfettenden Produkten kann zu Reizungen führen. Die Routine sollte deshalb schrittweise aufgebaut werden.
Orales Isotretinoin
Isotretinoin ist ein oral einzunehmendes Retinoid zur Behandlung schwerer, stark narbengefährdender oder auf andere Therapien nicht ausreichend ansprechender Akne.
Der Wirkstoff reduziert die Größe und Aktivität der Talgdrüsen, vermindert die Talgproduktion, normalisiert die Verhornung und wirkt stark entzündungshemmend.
Ein Behandlungszyklus kann zu einer lang anhaltenden Besserung führen. Rückfälle sind dennoch möglich und können eine weitere dermatologische Behandlung erforderlich machen.
Häufige Nebenwirkungen sind stark trockene Lippen, trockene Haut und trockene Schleimhäute. Auch Veränderungen der Leberwerte und Blutfette können auftreten. Je nach individueller Situation sind deshalb ärztliche Kontrollen erforderlich.
Isotretinoin ist hochgradig fruchtschädigend und darf während einer Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Für Patientinnen, die schwanger werden können, gelten strenge Maßnahmen zur Schwangerschaftsverhütung, zu Schwangerschaftstests und zur ärztlichen Aufklärung.
Auch die psychische Situation sollte während der Behandlung berücksichtigt werden. Akne selbst kann mit Depressionen und Ängsten verbunden sein. Bei Veränderungen der Stimmung oder des Verhaltens sollte frühzeitig mit der behandelnden Praxis gesprochen werden.
Eine notwendige Behandlung schwerer Akne zugunsten ausschließlich kosmetischer oder sogenannter natürlicher Ansätze aufzuschieben, kann das Risiko dauerhafter Narben erhöhen.
Hormonelle Behandlungsansätze bei Frauen
Bei Frauen kann geprüft werden, ob ein hormoneller Einfluss auf die Akne wahrscheinlich ist. Hinweise können eine deutliche Verschlechterung vor der Menstruation, entzündliche Läsionen entlang der Kieferlinie oder weitere Zeichen einer erhöhten Androgenwirkung sein.
Bestimmte kombinierte hormonelle Kontrazeptiva können das Hautbild verbessern. Sie werden jedoch nicht allein aufgrund einer kosmetischen Erwartung ausgewählt. Thromboserisiko, Rauchen, Migräne, Alter und weitere individuelle Faktoren müssen berücksichtigt werden.
Spironolacton wird in einigen Ländern häufig gegen hormonell beeinflusste Akne bei Frauen eingesetzt. In Deutschland ist es für diese Indikation im Allgemeinen nicht zugelassen. Eine Anwendung gegen Akne erfolgt daher off-label und erfordert eine individuelle ärztliche Entscheidung sowie eine entsprechende Aufklärung.
Das Endocannabinoid-System der Talgdrüse
Die Haut besitzt ein eigenes Endocannabinoid-System. Auch Talgdrüsen und Sebozyten exprimieren verschiedene Rezeptoren und Signalproteine, die diesem System oder verwandten Signalwegen zugerechnet werden.
Dazu gehören unter anderem CB1, CB2, TRPV1, TRPV4, PPARα und PPARγ. Sebozyten können außerdem körpereigene Endocannabinoide bilden.
Das Endocannabinoid-System beeinflusst die Talgdrüsenfunktion. Untersucht werden seine Auswirkungen auf die Vermehrung und Reifung der Sebozyten, die Bildung von Hautlipiden und lokale Entzündungsprozesse.
Die Wirkung einzelner Cannabinoide ist dabei nicht einheitlich. Bestimmte endocannabinoidartige Signalstoffe können die Lipidproduktion fördern, während CBD in einigen experimentellen Modellen eine übermäßig angeregte Lipidbildung verringerte.
TRPV4 ist ein Ionenkanal aus der Familie der Transient-Receptor-Potential-Kanäle. Er reagiert auf mechanische, osmotische und chemische Reize und ist an der Regulation verschiedener Zellfunktionen beteiligt.
In Sebozyten kann seine Aktivierung den ERK1/2-MAPK-Signalweg und die Expression von NRIP1 beeinflussen. Beide sind an der Regulierung des Zellstoffwechsels und der Lipidproduktion beteiligt.
In der Studie von Oláh und Kollegen aus dem Jahr 2014 wurde TRPV4 als wichtiger Vermittler der experimentell beobachteten sebostatischen Wirkung von CBD beschrieben.
CBD und Akne: Welche Evidenz gibt es?

Die verfügbaren Erkenntnisse zu CBD und Akne lassen sich in drei Ebenen unterteilen:
- Untersuchungen an isolierten Zellen und menschlichen Organkulturen;
- präklinische Untersuchungen an experimentellen Modellen;
- kleine klinische oder anwendungsbezogene Untersuchungen am Menschen.
Der überwiegende Teil der spezifischen CBD-Forschung zur Akne gehört zur ersten Kategorie. Eine in einem Zellmodell beobachtete Wirkung ist wissenschaftlich interessant, entspricht aber noch keinem Wirksamkeitsnachweis bei Patientinnen und Patienten.
Oláh et al. 2014: die grundlegende Arbeit zu CBD und Sebozyten
Die 2014 im Journal of Clinical Investigation veröffentlichte Studie von Oláh, Tóth, Borbíró und weiteren Forschenden ist einer der wichtigsten Bezugspunkte für die Diskussion über CBD und Akne [1].
Es handelte sich nicht um eine klinische Studie an Menschen mit Akne. Die Forschenden arbeiteten mit immortalisierten menschlichen Sebozyten der Zelllinie SZ95 und mit menschlichen Hautorgankulturen.
Untersucht wurden drei mögliche Wirkungsbereiche, die von den Autoren als Kombination antiaknebezogener Eigenschaften beschrieben wurden.
Sebostatische beziehungsweise lipostatische Wirkung
Die Lipidproduktion der Sebozyten wurde zunächst mit Arachidonsäure oder einer Kombination aus Linolsäure und Testosteron angeregt. Anschließend prüften die Forschenden, wie sich CBD auf diese experimentell erhöhte Lipogenese auswirkte.
CBD verringerte die übermäßig angeregte Lipidbildung dosisabhängig. Der beobachtete Mechanismus umfasste die Aktivierung von TRPV4, eine Veränderung des ERK1/2-MAPK-Signalwegs und eine verminderte Expression von NRIP1.
Unter den untersuchten Bedingungen wurde die erhöhte Lipidproduktion normalisiert, ohne dass die verwendeten CBD-Konzentrationen die Lebensfähigkeit der Zellen wesentlich beeinträchtigten.
Antiproliferative Wirkung
CBD reduzierte außerdem eine übermäßige Vermehrung der Sebozyten. Auch dieser Effekt war mit dem TRPV4-Signalweg verbunden.
In den untersuchten Konzentrationen führte die verminderte Zellvermehrung nicht zu einer relevanten Zunahme des programmierten Zelltods. CBD bremste in diesem Modell also das übermäßige Wachstum, ohne die Zellen einfach abzutöten.
Entzündungsmodulierende Wirkung
CBD beeinflusste den NF-κB-Signalweg und verringerte in den Sebozyten die Expression verschiedener entzündungsbezogener Botenstoffe, darunter TNF-α, IL-1β und IL-6.
Der beschriebene Mechanismus umfasste außerdem eine über den Adenosin-A2A-Rezeptor vermittelte Erhöhung von TRIB3.
Die Autoren bewerteten CBD aufgrund dieser kombinierten Effekte als interessanten Kandidaten für die Entwicklung zukünftiger Aknebehandlungen.
Diese Aussage darf nicht mit einer bereits bewiesenen klinischen Wirksamkeit verwechselt werden. Sie bedeutet, dass die beobachteten Mechanismen weitere Untersuchungen am Menschen rechtfertigen.
Jiang et al. 2022: extrazelluläre Vesikel von C. acnes
Eine 2022 im Journal of Inflammation Research veröffentlichte Studie untersuchte, wie CBD auf eine durch extrazelluläre Vesikel von C. acnes ausgelöste Entzündungsreaktion in menschlichen Keratinozyten wirkt [2].
Extrazelluläre Vesikel sind kleine, von Bakterien freigesetzte Strukturen. Sie enthalten verschiedene Moleküle und können die Kommunikation mit menschlichen Zellen sowie lokale Immunreaktionen beeinflussen.
Unter den untersuchten Laborbedingungen verringerte CBD die durch diese Vesikel ausgelöste Entzündungsantwort. Am beobachteten Mechanismus war der CB2-Rezeptor beteiligt.
Die Untersuchung liefert zusätzliche Hinweise auf mögliche entzündungsmodulierende Eigenschaften. Sie wurde jedoch an Zellen und nicht an Menschen mit Akne durchgeführt.
Cohen et al. 2023: CBD zusammen mit Pflanzenextrakten
Eine 2023 veröffentlichte Arbeit untersuchte CBD in Kombination mit pflanzlichen Bestandteilen. Dazu gehörten Triterpene aus Centella asiatica und Silymarin aus Silybum marianum [3].
In Laborversuchen zeigte die Kombination aus CBD und dem untersuchten Centella-asiatica-Extrakt eine stärkere Wirkung auf bestimmte Entzündungsmarker als die einzelnen Bestandteile. Zu den untersuchten Molekülen gehörten IL-1β und TNF-α.
Unter den experimentellen Bedingungen wurde außerdem eine verstärkte Hemmung des Wachstums von C. acnes beschrieben.
Die Arbeit enthielt auch eine kleine klinische Komponente. Da die Formulierung mehrere potenziell aktive Inhaltsstoffe enthielt und die Teilnehmerzahl begrenzt war, lassen sich die Ergebnisse jedoch nicht dem CBD allein zuschreiben.
Ali und Akhtar 2015: Hanfsamenextrakt statt isoliertem CBD
Eine 2015 im Pakistan Journal of Pharmaceutical Sciences veröffentlichte Untersuchung bewertete eine Creme mit 3 % Hanfsamenextrakt. Bei freiwilligen Teilnehmenden wurden unter anderem die Talgproduktion und Hautrötung gemessen [4].
Im Vergleich zur Kontrollformulierung wurden statistisch signifikante Veränderungen der gemessenen Talgmenge und des Erythems beschrieben.
Die Untersuchung wurde am Menschen durchgeführt und nutzte objektive Messverfahren. Sie liefert jedoch keinen direkten Nachweis für eine Wirkung von CBD, da ein Hanfsamenextrakt und kein isoliertes Cannabidiol eingesetzt wurde.
Hanfsamenöl besteht überwiegend aus Fettsäuren. Es enthält von Natur aus keine mit einem gezielt zugesetzten CBD-Isolat oder einem cannabinoidhaltigen Extrakt vergleichbare Cannabidiolkonzentration.
Die wichtigste Forschungslücke: große klinische Studien fehlen
Bislang fehlen große randomisierte und kontrollierte Studien, in denen ein klar definiertes topisches CBD-Produkt bei Akne vulgaris mit einem Placebo oder einer etablierten Aknebehandlung verglichen wird.
Aussagekräftige Studien müssten unter anderem folgende Punkte standardisiert erfassen:
- die Zahl entzündlicher und nicht entzündlicher Läsionen;
- eine ärztliche Gesamtbewertung des Hautbildes;
- die Talgproduktion;
- die Häufigkeit neuer Läsionen;
- die Verträglichkeit und das Risiko von Reizungen;
- die langfristige Wirkung nach dem Ende der Anwendung.
Die unter der Kennnummer NCT04045119 registrierte DAHLIA-Studie untersuchte eine Formulierung mit CBD und Hanföl im Zusammenhang mit Hautfeuchtigkeit und zu Akne neigender Haut.
Die öffentlich zugänglichen Informationen und Ergebnisse reichen jedoch nicht aus, um die bestehende Evidenzlücke zu schließen oder CBD als klinisch bestätigte Aknebehandlung einzuordnen.
Das Fehlen großer klinischer Studien widerlegt die im Labor beschriebenen Mechanismen nicht. Es begrenzt aber die Aussagen, die aus ihnen für reale Kosmetikprodukte und für Menschen mit Akne abgeleitet werden dürfen.
Die Evidenz zu CBD ist auf mechanistischer und präklinischer Ebene interessant. Sie ist klinisch jedoch wesentlich schwächer als die Datenlage zu Benzoylperoxid, Retinoiden, Azelainsäure, bestimmten Antibiotika und Isotretinoin.
Welchen Platz kann topisches CBD bei Aknehaut haben?
Die derzeit nachvollziehbarste Einordnung von topischem CBD liegt in der kosmetischen Pflege fettiger, unreiner oder zu Akne neigender Haut.
Bei leichter Akne kann ein passend formuliertes Produkt Teil einer einfachen Pflegeroutine sein. Bei mittelschwerer Akne kommt höchstens eine ergänzende kosmetische Anwendung neben der ärztlich empfohlenen Behandlung infrage.
CBD-Cremes sollten nicht allein danach beurteilt werden, ob Cannabidiol enthalten ist. Ebenso wichtig sind die Cremegrundlage, weitere Wirk- und Pflegestoffe, Duftstoffe, ätherische Öle, Alkohole, Emulgatoren und mögliche komedogene Bestandteile.
CBD als Bestandteil der täglichen Hautpflege
Ein Reinigungsgel oder eine Feuchtigkeitspflege mit CBD kann für fettige und zu Unreinheiten neigende Haut entwickelt werden. Der wissenschaftliche Ansatz beruht unter anderem auf den sebostatischen und entzündungsmodulierenden Wirkungen, die in präklinischen Modellen beobachtet wurden.
Ein solches Kosmetikum behandelt Akne nicht im medizinischen Sinn. Es kann dazu bestimmt sein, die Haut zu reinigen, zu pflegen, mit Feuchtigkeit zu versorgen oder das Erscheinungsbild fettiger Haut zu verbessern.
Weitere Informationen über diese Produktkategorie finden sich in unserem Beitrag über die Vorteile von Kosmetik mit CBD.
Unterstützung der Hautbarriere
Aknehaut ist nicht automatisch unempfindlich oder ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt. Benzoylperoxid, Retinoide, Säuren und häufiges Reinigen können Trockenheit, Brennen und Schuppung verursachen.
Eine geeignete Feuchtigkeitspflege kann dazu beitragen, die Hautbarriere zu unterstützen und die Verträglichkeit einer medizinischen Aknebehandlung zu verbessern. Dieser Nutzen hängt jedoch vor allem von der gesamten Formulierung ab und kann nicht automatisch dem CBD zugeschrieben werden.
Kein Ersatz für Arzneimittel
Bei zahlreichen entzündlichen Papeln und Pusteln, schmerzhaften Knoten, Narben oder einer raschen Verschlechterung sollte eine dermatologische Untersuchung erfolgen.
Ein ärztlich verordnetes Retinoid, Benzoylperoxid, Antibiotikum oder anderes Arzneimittel darf nicht eigenständig durch ein CBD-Kosmetikum ersetzt werden.
Eine unzureichend behandelte Entzündung kann zu tieferen Läsionen und bleibenden Narben führen. Ein Kosmetikprodukt kann dieses Risiko nicht zuverlässig kontrollieren.
Wie lässt sich ein kosmetisches CBD-Produkt beurteilen?
Vor der Anwendung sollte festgelegt werden, welches kosmetische Ziel verfolgt wird. Ein Produkt kann beispielsweise für weniger Glanz, ein angenehmeres Hautgefühl oder eine bessere Feuchtigkeitsversorgung verwendet werden.
Zur Beurteilung fettiger Haut können folgende Punkte über mehrere Wochen beobachtet werden:
- der Hautglanz in den Stunden nach der Reinigung;
- die Häufigkeit neu auftretender Mitesser;
- das Gefühl übermäßig fettiger Haut;
- die Verträglichkeit unter Make-up oder Sonnenschutz.
Für den Hautkomfort können folgende Veränderungen dokumentiert werden:
- Trockenheit und Schuppung;
- anhaltende Rötungen;
- Brennen oder Juckreiz;
- Spannungsgefühl;
- neu auftretende Reizungen oder verstopfte Poren.
Neue Produkte sollten zunächst auf einer kleinen Hautfläche getestet und anschließend einzeln in die Routine aufgenommen werden. Dadurch lässt sich leichter erkennen, welcher Bestandteil vertragen wird und welcher möglicherweise eine Reaktion verursacht.
Zeigt sich nach acht bis zwölf Wochen regelmäßiger Anwendung keine Verbesserung, ist das Produkt möglicherweise nicht für die betreffende Haut geeignet.
Ausbleibende Ergebnisse sollten nicht dazu führen, die Menge oder Häufigkeit unbegrenzt zu erhöhen. Verschlechtert sich die Akne, sollte das Produkt abgesetzt und die Haut dermatologisch beurteilt werden.
Eine mögliche kosmetische Pflegeroutine mit CBD
1. Milde Reinigung
Die Reinigung soll überschüssigen Talg, Schmutz, Sonnenschutz und Make-up entfernen, ohne die Haut aggressiv zu entfetten.
Sehr heißes Wasser, stark alkalische Seifen, grobe Peelings und Reinigungsbürsten können die Hautbarriere reizen. Häufig reicht eine Reinigung morgens und abends aus.
Ein Bio-CBD-Gesichtsreinigungsgel für zu Akne neigende Haut kann morgens und abends verwendet werden, sofern es die Haut nicht austrocknet oder reizt.
2. Feuchtigkeitspflege
Auch fettige Haut benötigt Feuchtigkeit. Eine zu starke Austrocknung kann die Hautbarriere belasten und die Verträglichkeit anderer Wirkstoffe verschlechtern.
Nach der Reinigung kann eine Bio-Gesichtscreme mit CBD für zu Akne neigende Haut aufgetragen werden.
Eine geeignete Creme sollte sich angenehm verteilen lassen, die Poren nicht unnötig belasten und mit den übrigen Produkten der Routine verträglich sein.
3. Gelegentliche Gesichtsmaske
Eine Bio-CBD-Gesichtsmaske für zu Akne neigende Haut kann die Routine gelegentlich ergänzen.
Sie sollte nicht zu häufig verwendet werden, wenn die Haut bereits durch Retinoide, Benzoylperoxid, Salicylsäure oder andere aktive Substanzen gereizt ist.
Mehrere Masken, Peelings und Säuren gleichzeitig führen nicht automatisch zu einem besseren Ergebnis. Eine überlastete Hautbarriere kann vielmehr Rötungen, Brennen und neue Entzündungen begünstigen.
4. Sonnenschutz am Morgen
Ein geeigneter, nicht unnötig fettender Sonnenschutz gehört morgens zu einer ausgewogenen Routine. Er ist besonders wichtig, wenn Retinoide, Säuren oder andere reizende Wirkstoffe verwendet werden.
Sonnenschutz kann außerdem verhindern, dass postinflammatorische rote oder bräunliche Flecken durch UV-Strahlung länger sichtbar bleiben.
Kosmetikum und Arzneimittel sind nicht dasselbe
In Deutschland unterliegen kosmetische Produkte der Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 über kosmetische Mittel. Die Verordnung gilt unmittelbar in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union.
Ein kosmetisches Mittel ist überwiegend dazu bestimmt, äußerlich mit der Haut in Kontakt zu kommen, um sie beispielsweise zu reinigen, zu schützen, in einem guten Zustand zu halten oder ihr Aussehen zu verändern.
Ein kosmetisches CBD-Produkt kann daher unter geeigneten Voraussetzungen Aussagen zu folgenden Eigenschaften verwenden:
- Reinigung fettiger oder unreiner Haut;
- Verminderung eines glänzenden Erscheinungsbildes;
- Unterstützung des Hautkomforts;
- Feuchtigkeitsversorgung;
- kosmetisch beruhigende Pflege;
- Unterstützung eines gepflegten Hautbildes.
Das Produkt darf dagegen nicht damit beworben werden, Akne zu heilen, medizinisch zu behandeln, Entzündungen als Krankheit zu beseitigen oder ein Arzneimittel zu ersetzen.
Die Einordnung hängt nicht allein von einzelnen Wörtern auf der Verpackung ab. Entscheidend sind die gesamte Präsentation, der überwiegende Verwendungszweck, die Zusammensetzung und die Art der beworbenen Wirkung.
Kosmetika und Arzneimittel unterliegen unterschiedlichen Anforderungen an Sicherheitsbewertung, Herstellung, Wirksamkeitsnachweise, Zulassung und Überwachung.
CBD und Akne: Was ist belegt und was bleibt offen?

Was wissenschaftlich dokumentiert ist
Die Talgdrüseneinheit besitzt funktionelle Bestandteile des Endocannabinoid-Systems und verwandter Signalwege.
In menschlichen Sebozyten und Hautorgankulturen verringerte CBD eine experimentell übermäßig angeregte Lipidbildung über einen TRPV4-abhängigen Mechanismus.
CBD reduzierte in diesen Modellen außerdem die übermäßige Vermehrung von Sebozyten und beeinflusste NF-κB sowie verschiedene entzündungsbezogene Botenstoffe.
In menschlichen Keratinozyten verringerte CBD unter Laborbedingungen eine Entzündungsreaktion, die durch extrazelluläre Vesikel von C. acnes ausgelöst worden war.
Diese Ergebnisse wurden in wissenschaftlich begutachteten Studien beschrieben. Es handelt sich jedoch überwiegend um präklinische Erkenntnisse und nicht um einen klinischen Wirksamkeitsnachweis.
Was plausibel, aber nicht ausreichend bestätigt ist
Es ist biologisch plausibel, dass eine geeignete topische Formulierung mit CBD das Erscheinungsbild fettiger Haut oder bestimmte Komfortparameter beeinflussen könnte.
Auch die Kombination mit Inhaltsstoffen wie Niacinamid, Salicylsäure, Zinkverbindungen oder geeigneten Feuchthaltemitteln kann das Gesamtergebnis eines Produkts verändern.
Bei einer Formulierung mit mehreren Bestandteilen lässt sich ohne passende Vergleichsgruppen nicht feststellen, wie viel des beobachteten Effekts auf CBD und wie viel auf die Cremegrundlage oder andere Inhaltsstoffe zurückzuführen ist.
Was noch untersucht werden muss
Künftige klinische Studien müssen unter anderem folgende Fragen klären:
- Ist topisches CBD bei Akne wirksamer als ein Placebo?
- Welche CBD-Konzentration wäre erforderlich?
- Welche Formulierung ermöglicht eine ausreichende Freisetzung und Hautpenetration?
- Wie häufig und wie lange müsste das Produkt angewendet werden?
- Wie gut ist CBD bei langfristiger Anwendung verträglich?
- Unterscheidet sich der mögliche Nutzen bei komedonaler, entzündlicher und hormonell beeinflusster Akne?
- Ist CBD etablierten kosmetischen Inhaltsstoffen wie Niacinamid, Zink oder Salicylsäure überlegen oder gleichwertig?
- Welchen eigenständigen Beitrag leistet CBD in Produkten mit mehreren Wirk- und Pflegestoffen?
Wann ist eine dermatologische Untersuchung sinnvoll?
Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn die Akne über mehrere Monate besteht, sich verschlechtert oder trotz einer einfachen und gut verträglichen Routine nicht bessert.
Besonders wichtig ist eine dermatologische Behandlung bei:
- zahlreichen entzündlichen Papeln und Pusteln;
- tiefen oder schmerzhaften Knoten;
- beginnenden oder bereits vorhandenen Narben;
- starken Pigmentveränderungen nach Entzündungen;
- einer plötzlichen ausgeprägten Akne im Erwachsenenalter;
- zusätzlichen hormonellen Beschwerden;
- erheblicher psychischer Belastung.
Akne sollte nicht ausgedrückt oder mit Nadeln geöffnet werden. Dadurch können Entzündung, Infektionsrisiko, Pigmentveränderungen und Narbenbildung zunehmen.
Fazit
CBD besitzt unter den kosmetischen Inhaltsstoffen, die für fettige und zu Akne neigende Haut untersucht werden, eine vergleichsweise detaillierte biologische Grundlage.
In menschlichen Sebozyten und Hautorgankulturen wurden Auswirkungen auf die übermäßig angeregte Lipidproduktion, die Zellvermehrung und bestimmte Entzündungssignale beschrieben. Weitere Zellstudien liefern Hinweise auf eine mögliche Beeinflussung von Entzündungsreaktionen im Zusammenhang mit C. acnes.
Diese Ergebnisse sind wissenschaftlich interessant, stammen aber überwiegend aus präklinischen Modellen. Große randomisierte und kontrollierte Studien mit Menschen, die an Akne leiden, fehlen.
Topisches CBD kann daher als möglicher kosmetischer Inhaltsstoff für die tägliche Pflege fettiger, unreiner oder zu Akne neigender Haut eingeordnet werden. Der tatsächliche Nutzen hängt von der Konzentration, der Formulierung, den übrigen Inhaltsstoffen und der individuellen Verträglichkeit ab.
Ein CBD-Kosmetikum ersetzt keine medizinische Aknebehandlung. Das gilt besonders bei mittelschwerer oder schwerer Akne, schmerzhaften Knoten, schneller Verschlechterung und beginnender Narbenbildung.









