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Autoimmunerkrankungen und CBD: Was sagen die Studien?

16 Januar 2026 um 11:38 a.m.
Lesezeit: 6 min

Das Interesse der wissenschaftlichen Gemeinschaft an Cannabidiol (CBD) als mögliche Unterstützung bei der Behandlung von Autoimmunerkrankungen wächst von Jahr zu Jahr.

Autoimmunerkrankungen, bei denen das Immunsystem fälschlicherweise gesundes Gewebe angreift, stellen eine komplexe therapeutische Herausforderung dar. Millionen Menschen in Deutschland leben täglich mit belastenden, teils stark einschränkenden Symptomen.

Die Forschung konzentriert sich zunehmend auf das Potenzial von CBD, fehlgeleitete Immunreaktionen zu modulieren und damit neue Perspektiven für Menschen zu eröffnen, die nach alternativen oder komplementären Ansätzen zu herkömmlichen Therapien suchen.

Das Endocannabinoid-System und die Immunität

Unser Organismus produziert auf natürliche Weise Moleküle, die den Cannabinoiden aus der Cannabispflanze ähneln und mit einem weit verzweigten Netzwerk in verschiedenen Organen und Geweben interagieren, das als Endocannabinoid-System bezeichnet wird.

Dieses biologische System umfasst Rezeptoren, die nahezu im gesamten Körper vorkommen: im Gehirn, in peripheren Organen und in Immunzellen. Über die CB1- und CB2-Rezeptoren reguliert das Endocannabinoid-System zahlreiche Funktionen – von der Stimmung und Schmerzverarbeitung bis hin zur Modulation der entzündlichen Immunantwort [1].

Im Kontext von Autoimmunerkrankungen kommt den CB2-Rezeptoren eine besondere Bedeutung zu.

Da sie in großer Zahl auf Zellen des Immunsystems vorkommen, scheinen diese Rezeptoren die Produktion von Zytokinen zu beeinflussen – Botenstoffen, die Entzündungsreaktionen steuern.

Wenn Cannabidiol mit diesem System interagiert, bindet es nicht direkt an die Rezeptoren wie THC, sondern moduliert ihre Aktivität auf subtilere und komplexere Weise.

Wie beeinflusst CBD die Immunreaktion?

Die wissenschaftliche Literatur beschreibt mehrere Mechanismen, über die Cannabidiol auf Fehlregulationen des Immunsystems einwirken könnte.

Präklinische Studien haben gezeigt, dass CBD die Proliferation bestimmter überaktiver Immunzellen reduzieren kann, wie sie für viele Autoimmunerkrankungen typisch sind [2]. Die Wirkung besteht nicht in einer unspezifischen Unterdrückung des Immunsystems, sondern vielmehr in einer Normalisierung übermäßiger Antworten.

Neuroinflammation, ein Prozess, der bei zahlreichen Autoimmunerkrankungen wie der Multiplen Sklerose eine Rolle spielt, scheint besonders sensibel auf Cannabinoide zu reagieren. In Tiermodellen einer experimentellen autoimmunen Enzephalomyelitis konnten nach der Gabe von CBD signifikante Reduktionen entzündlicher Marker im zentralen Nervensystem beobachtet werden [3]. Die Forschenden stellten zudem eine verringerte Infiltration von Immunzellen über die Blut-Hirn-Schranke fest – jene Schutzbarriere, die den Blutkreislauf vom Gehirngewebe trennt.

Molekulare Mechanismen

Die immunmodulierende Wirkung von Cannabidiol beschränkt sich nicht auf die direkte Reduktion von Entzündungen. Die Substanz scheint komplexe Abläufe der Immunantwort zu beeinflussen. Mehrere Untersuchungen deuten darauf hin, dass CBD das Gleichgewicht zwischen verschiedenen Populationen von T-Lymphozyten verändern kann – Zellen, die eine zentrale Rolle bei der Steuerung der Immunantwort spielen. Insbesondere wird ein möglicher Anstieg regulatorischer T-Zellen (Treg) beschrieben, die dafür zuständig sind, überschießende Immunreaktionen abzuschwächen [8].

Ein besonders interessanter Mechanismus betrifft die Induktion von myeloiden Suppressorzellen (MDSC).

In einer Studie wurde gezeigt, dass eine Behandlung mit CBD bei Mäusen mit experimenteller autoimmuner Enzephalomyelitis die Vermehrung dieser Zellen erhöht. Die durch Cannabidiol induzierten MDSC waren in der Lage, die Proliferation von T-Zellen zu hemmen, und verringerten bei Übertragung auf andere erkrankte Tiere die Schwere der Erkrankung [3].

Oxidativer Stress und Gewebeschutz

Oxidativer Stress ist ein weiterer relevanter Angriffspunkt im Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen.

Viele dieser Erkrankungen gehen mit erhöhten Spiegeln freier Radikale einher – instabilen Molekülen, die Zellen und Gewebe schädigen können.

Cannabidiol besitzt nachweislich antioxidative Eigenschaften und könnte in der Lage sein, diese schädlichen Verbindungen zu neutralisieren und Gewebe vor weiterem Schaden zu schützen [9].

Einige Forschungsarbeiten haben moderne Methoden wie die Einzelzell-RNA-Sequenzierung genutzt, um die Effekte von CBD detailliert zu kartieren.

Diese Studien zeigten, dass Cannabidiol die Expression proinflammatorischer Chemokine wie CXCL9 und CXCL10 reduziert und dadurch die Rekrutierung entzündlicher Makrophagen im zentralen Nervensystem begrenzt. Interessant ist außerdem, dass CBD auch im Darm wirkt, indem es in intestinalen Epithelzellen die Expression von Entzündungsmarkern hemmt [10].

Evidenz für verschiedene Autoimmunerkrankungen

Autoimmunerkrankungen und CBD

Die bisherigen Untersuchungen haben sich auf verschiedene Autoimmunerkrankungen konzentriert, die jeweils eigene klinische und immunologische Besonderheiten aufweisen.

Rheumatoide Arthritis

Bei der rheumatoiden Arthritis, einer Erkrankung, die zu chronischen Entzündungen der Gelenke führt, wurden verschiedene cannabisbasierte Präparate mit Cannabidiol untersucht. Eine 2006 veröffentlichte Studie evaluierte die Wirksamkeit von Sativex, eines Arzneimittels auf Cannabisbasis mit CBD und THC, bei 58 Patientinnen und Patienten. Die Ergebnisse zeigten signifikante Verbesserungen der Schmerzen in Ruhe und Bewegung, der Schlafqualität und des gesamten Krankheitsverlaufs [4].

Neuere Forschungen haben die zugrunde liegenden molekularen Mechanismen näher beleuchtet. Eine Studie aus dem Jahr 2020 dokumentierte, dass CBD den intrazellulären Kalziumspiegel erhöht und die Vitalität von synovialen Fibroblasten reduziert – Zellen, die maßgeblich zur Entzündung im Gelenk bei rheumatoider Arthritis beitragen. Der Effekt war unter entzündlichen Bedingungen besonders ausgeprägt, was darauf hindeutet, dass Cannabidiol bevorzugt auf aktivierte Zellen wirkt [5].

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Morbus Crohn und die Colitis ulcerosa, die beiden wichtigsten Formen chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen, sind in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus der Forschung gerückt.

Der Gastrointestinaltrakt weist eine hohe Dichte an Cannabinoidrezeptoren auf, was ihn besonders empfänglich für externe Cannabinoide macht. Verschiedene Studien an Biopsien von Patientinnen und Patienten haben Veränderungen in der Expression endocannabinoider Rezeptoren in entzündeten Darmabschnitten nachgewiesen [6].

Die klinischen Studien am Menschen liefern jedoch ein uneinheitliches Bild. Eine israelische Untersuchung testete CBD bei Patientinnen und Patienten mit Morbus Crohn und stellte fest, dass Cannabidiol zwar keine Remission nach endoskopischen Kriterien bewirkte, die Teilnehmenden aber von gelinderten Symptomen und einem verbesserten subjektiven Wohlbefinden berichteten. Diese Ergebnisse deuten auf eine mögliche Rolle im symptomatischen Management hin, auch wenn keine vollständige Heilung der Darmschleimhaut erreicht wird [7].

Psoriasis und andere autoimmune Hauterkrankungen

Bei der Psoriasis, einer Erkrankung, bei der das Immunsystem den Zellzyklus der Hautzellen beschleunigt, liegt der Fokus der Forschung auf den antiproliferativen Eigenschaften von CBD. Studien legen nahe, dass Cannabidiol das abnorm beschleunigte Wachstum von Keratinozyten – den Zellen der obersten Hautschicht – verlangsamen und so zur Normalisierung des Zellumsatzes beitragen könnte [11].

Als möglicher Wirkmechanismus werden die TRPV1- und TRPA1-Rezeptoren diskutiert, ionische Kanäle, die in Hautzellen vorkommen. Deren Aktivierung durch CBD könnte die Zelldifferenzierung regulieren und lokale Entzündungen verringern – zwei Faktoren, die für die Kontrolle der Psoriasis besonders wichtig sind.

Was fehlt – und wo liegen die Grenzen der aktuellen Forschung?

Die meisten der bislang verfügbaren Studien weisen deutliche methodische Grenzen auf.

Ein Großteil der Evidenz stammt aus präklinischen Arbeiten an Zellkulturen oder Tiermodellen. Klinische Studien am Menschen sind nach wie vor rar, umfassen häufig nur kleine Fallzahlen und verfügen nicht immer über angemessene Kontrollgruppen. Die Hashimoto-Thyreoiditis, eine in Deutschland sehr häufige Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, wurde zum Beispiel bislang kaum im Zusammenhang mit Cannabinoiden untersucht.

Auch die in den Studien verwendeten Dosierungen variieren stark, was die Entwicklung standardisierter Protokolle erschwert. Manche Forschungsgruppen setzten sehr hohe Dosen ein, die im Alltag schwer realisierbar sind, während andere eher niedrige Dosierungen testeten, die weniger klare Ergebnisse lieferten.

Außerdem fehlt bislang ein umfassendes Verständnis der Wechselwirkungen zwischen CBD und immunsuppressiven oder immunmodulierenden Medikamenten, die bei Autoimmunerkrankungen häufig verschrieben werden [12].

Praktische Aspekte und Sicherheit

In den bisher veröffentlichten Studien wurde CBD im Allgemeinen ein günstiges Sicherheitsprofil bescheinigt, wenn es in den untersuchten Dosierungsbereichen angewendet wurde.

Als häufigste unerwünschte Wirkungen wurden Müdigkeit, Durchfall sowie Veränderungen von Appetit oder Körpergewicht beschrieben. Da Menschen mit Autoimmunerkrankungen jedoch oft mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen, ist besondere Vorsicht bei möglichen Wechselwirkungen geboten.

CBD kann über die Hemmung bestimmter Enzyme des Cytochrom-P450-Systems den Leberstoffwechsel zahlreicher Arzneimittel beeinflussen. Dadurch können die Plasmakonzentrationen von Medikamenten wie Kortikosteroiden, Immunsuppressiva und biologischen Therapeutika verändert werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, vor der ergänzenden Einnahme von Cannabidiol, insbesondere im Rahmen komplexer Therapieschemata, Rücksprache mit Fachärztinnen oder Fachärzten zu halten [12].

Daten aus der Praxis: Was zeigen Patientenbefragungen?

Einen weiteren interessanten Blickwinkel bieten Umfragen direkt unter Patientinnen und Patienten. Eine Studie aus dem Jahr 2022 erhob Daten von 428 Personen mit Arthritis, die CBD verwendeten. 60,5 % der Befragten gaben an, nach Beginn der Einnahme von Cannabidiol andere Medikamente reduziert oder abgesetzt zu haben, darunter entzündungshemmende Arzneimittel, Paracetamol und Opioide. Patientinnen und Patienten mit Osteoarthritis berichteten über deutlich stärkere Schmerzlinderungen als Personen mit rheumatoider Arthritis [13].

Auch wenn solche Befragungen streng kontrollierte klinische Studien nicht ersetzen können, liefern sie aufschlussreiche Einblicke in die Alltagserfahrungen der Betroffenen. Die Daten legen nahe, dass CBD eine Rolle bei der Verringerung der medikamentösen Gesamtbelastung spielen könnte – ein Aspekt, der mit Blick auf die möglichen Nebenwirkungen konventioneller Therapien nicht zu unterschätzen ist.

wissenschaftliche Quellen

  • [1] Katchan V, David P, Shoenfeld Y. Cannabinoids and autoimmune diseases: A systematic review. Autoimmun Rev. 2016;15(6):513-528.
  • [2] Silva-Cardoso GK, Lazarini M, Hallak JE, et al. Therapeutic Prospects of Cannabinoids in the Immunomodulation of Prevalent Autoimmune Diseases. Cannabis Cannabinoid Res. 2021;5(3):239-255.
  • [3] Elliott DM, Singh N, Nagarkatti M, Nagarkatti PS. Cannabidiol Attenuates Experimental Autoimmune Encephalomyelitis Model of Multiple Sclerosis Through Induction of Myeloid-Derived Suppressor Cells. Front Immunol. 2018;9:1782.
  • [4] Blake DR, Robson P, Ho M, Jubb RW, McCabe CS. Preliminary assessment of the efficacy, tolerability and safety of a cannabis-based medicine (Sativex) in the treatment of pain caused by rheumatoid arthritis. Rheumatology (Oxford). 2006;45(1):50-52.
  • [5] Lowin T, Tingting R, Zurmahr J, Classen T, Schneider M, Pongratz G. Cannabidiol (CBD): a killer for inflammatory rheumatoid arthritis synovial fibroblasts. Cell Death Dis. 2020;11(9):714.
  • [6] Kaplan BLF. Immune Responses Regulated by Cannabidiol. Cannabis Cannabinoid Res. 2020;5(1):12-31.
  • [7] Hasenoehrl C, Taschler U, Storr M, Schicho R. Cannabis and Autoimmunity: Possible Mechanisms of Action. Biomolecules. 2021;11(7):905.
  • [8] Kozela E, Juknat A, Gao F, et al. Pathways and gene networks mediating the regulatory effects of cannabidiol, a nonpsychoactive cannabinoid, in autoimmune T cells. J Neuroinflammation. 2016;13(1):136.
  • [9] Gugliandolo E, Peritore AF, Piras C, et al. Effects of Cannabidiol on Innate Immunity: Experimental Evidence and Clinical Relevance. Int J Mol Sci. 2023;24(4):3125.
  • [10] Kerr DM, Harhen B, Okine BN, et al. Effects of Orally Administered Cannabidiol on Neuroinflammation and Intestinal Inflammation in the Attenuation of Experimental Autoimmune Encephalomyelitis. Brain Behav Immun. 2022;99:22-33.
  • [11] Raman A, Desai N, Duggal S, et al. Cannabidiol as an immune modulator: A comprehensive review. Saudi Pharm J. 2025;33(2):102242.
  • [12] Fitzcharles MA, Clauw DJ, Häuser W. Cautious Hope for Cannabidiol (CBD) in Rheumatology Care. Arthritis Care Res (Hoboken). 2023;75(6):1371-1375.
  • [13] Vela J, Dreyer L, Petersen KK, et al. Cannabidiol as a treatment for arthritis and joint pain: an exploratory cross-sectional study. J Cannabis Res. 2022;4(1):47.

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